

This review may contain spoilers.
Es ist wirklich unvorstellbar, wie stark die Stimmung von Erased einen packt. Sobald die erste Folge läuft, hat der Anime mich – und zwar bis zum Ende. Keine Pause, kein Atemholen. In gerade einmal vier Stunden entrollt sich eine Geschichte, die einen emotional zermürbt, aufbaut, überrascht und bewegt.
Die Serie schafft es auf beeindruckende Weise, niedliche, herzzerreißende und hochspannende Momente nahtlos zu verbinden. Was für mich jedoch alles überstrahlt: die Charaktere. Sie wirken menschlich, handeln nachvollziehbar – allen voran Satorus Mutter. Sie ist für mich das Paradebeispiel einer aufopferungsvollen, starken Mutterfigur. So viele Anime-Mütter existieren nur auf dem Papier – sie aber fühlt sich echt an. Und genau das macht ihre Szenen so berührend.
Ich habe die Serie nun zum zweiten Mal gesehen – und sie ist für mich sogar noch stärker geworden. Was ich beim ersten Mal als kleine Schwäche empfand, wirkt beim zweiten Watch durchdachter:
(Spoilergefahr)
Natürlich das Ende ist diskutabel gerade weil in den letzten Folgen der Serie so ein bisschen das Tempo rausgenommen wird, wenn die Amnesie von Sato einsetzt. Der ganze Thriller Aspekt ist ehrlich gesagt komplett verschwunden und die Spannung ist nicht mehr so dicht. Und wenn man ganz ehrlich ist, bahnt sich diese Entwicklung auch schon in der Mitte an nachdem Kayo Hinazuki aus ihrem schrecklichen Haushalt befreit wurde.
Die Handlung selbst mag vertraut wirken – Zeitsprünge, „Was wäre wenn“-Szenarien, Kindheitstraumata – aber Erased macht daraus kein Gimmick, sondern echte Dramatik. Die Geschichte ist tight geschrieben, mit einem Cast, der erstaunlich viel Tiefe erhält für die Kürze der Laufzeit. Die Comedy sitzt punktgenau, niemals deplatziert – und gibt der Schwere des Themas die nötige Leichtigkeit.
Was ich noch loben muss: das Visuelle Storytelling. Die Bildsprache arbeitet leise, aber effektiv. Und der Soundtrack? Präzise platziert, nie aufdringlich, immer stimmig. Das Opening allein ist ein Kunstwerk.
Fazit:
Erased ist eine der seltenen Serien, die beim zweiten Durchlauf nur noch besser werden. Für Fans von Thrillern, bittersüßen Momenten, Zeitreisen und schwierigen Kindheitsthemen ist diese Serie ein Muss. Sie ist keine perfekte Show – aber sie kommt dem verdammt nahe. Eine uneingeschränkte Empfehlung.
8.5 out of 12 users liked this review