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Wenn Verliebtsein nicht gleich Happy End heißt (und das ist gut so)
Makeine ist eine Romance-Coming-of-Age-Serie, die sich nicht in klischeeverklebter Zuckerwatte verliert, sondern auffallend grounded bleibt – eine Seltenheit in einem Genre, das ansonsten gern verspricht, dass am Ende alle hübsch Händchen halten und glücklich auf Sonnenuntergänge starren.
Die Prämisse klingt fast schon banal: ein paar Teenager, ein paar Gefühle, ein paar Körbe – aber daraus entsteht etwas sehr Echtes. Es gibt kein pseudoromantisches Schicksalsgeblubber, kein „Du bist der Protagonist, also wird das mit der Liebe schon klappen!“-Zwinker. Stattdessen: Ablehnung, Selbstreflexion, emotionale Konsequenzen. Für einen Anime? Fast schon subversiv.
Visuell?
Ein Genuss. Jeder Shot sieht aus, als wäre er direkt für Desktop-Wallpaper-Ordner designt worden – ruhige Komposition, feine Farbwahl, sanfte, aber ausdrucksstarke Animationen. Wenn man schon emotional geghostet wird, dann bitte so hübsch verpackt.
Die Figuren
Im Zentrum: Nukumizu – ja, er ist der Protagonist, aber überraschenderweise dreht sich die Welt nicht nur um ihn. Die Dynamik mit Anna Yanami, Lemon Yakishio und Chika Komari ist glaubhaft, organisch, fast beiläufig. Eine dieser Serien, in denen man tatsächlich glaubt, dass diese Gruppe auch ohne dramatisch orchestriertes Schicksal zusammen abhängt. Jeder hat ein eigenes Leben, eigene Ziele – das fühlt sich gesund an. Die Beziehungen bleiben oft platonisch, mit einem latenten vielleicht-könnte-da-was-sein, aber eben ohne den Zwang zur Auflösung. Man darf projizieren, wenn man möchte – muss aber nicht.
Comedy & Tonalität
Humor? Gut gesetzt. Stellenweise überdreht auch mal slapstickhaft aber trotzdem pointiert genug, um das Drama aufzulockern. Es wird nie grell – vielmehr bleibt alles auf einem angenehm zurückhaltenden Level. Emotionalität, die atmen darf, ohne gleich zu explodieren.
Aber...
Fazit
Makeine: Too Many Losing Heroines! ist eine angenehm nüchterne Romance-Serie, die vieles richtig macht – indem sie auf das verzichtet, was viele ihrer Genre-Kollegen für unverzichtbar halten: Kitsch, Vorhersehbarkeit, und den obligatorischen Harem-Traum. Stattdessen gibt’s emotionale Aufrichtigkeit, feine Bilder und angenehm zurückhaltende Figureninteraktionen. Nur schade, dass die Serie bei all dem Realismus nicht den Mut hatte, auch mal weh zu tun.
Vielleicht in Staffel zwei. Hoffentlich mit einem emotionalen Schlag in die Magengrube.
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