Ich kann nicht mehr. Wirklich. Ich kann. Nicht. Mehr.
Es war die Hölle, sich diese Show anzusehen – ein groteskes Martyrium, bei dem ich mir mehrfach gewünscht habe, mein Hirn hätte einen eingebauten Notausknopf. Und das, obwohl ich meine Erwartungen schon so tief gesetzt hatte, dass sie eigentlich an der Erdkruste hätten schaben müssen. Spoiler: Haben sie nicht. Ganz im Gegenteil – sie haben sich durch den Boden gebohrt, sind durch den Erdkern geschmolzen und kamen irgendwo in der Unterwelt raus, wo Kazuya bereits auf mich wartete, um mir den letzten Nerv zu rauben.
Schon im Vorfeld hatte ich mich mental vorbereitet: Bewertungen gecheckt, ein paar Clickbait-Titel gesehen à la „Der schlechteste Anime aller Zeiten“, „Schlimmer, als du ihn in Erinnerung hast“, „Emotionaler Genozid in zwölf Folgen“. Ich dachte mir noch: „Ach komm, wie schlimm kann es schon sein?“ Die Antwort? Viel. Schlimmer. So viel schlimmer, dass ich jede Folge als persönlichen Angriff auf meine Geduld
Zwölf Folgen habe ich durchgehalten.
Zwölf.
Und ich habe dem Ding wirklich mehr Chancen eingeräumt, als es verdient hätte. Aber irgendwann ist Schluss.
Und dann ist da Kazuya – unser Protagonist, der emotionale Super-GAU im menschlichen Format. Und nein, ich meine nicht den Mishima aus Tekken, der wenigstens stilvoll Leute in Vulkane wirft. Ich meine Kazuya Kinoshita – den weinerlichen, entscheidungsunfähigen Dauer-Verlierer mit dem emotionalen Reifegrad einer nassen Serviette, die zu lange in billiger Instant-Ramen-Brühe lag. Der Typ ist die fleischgewordene Twitter-Diskussion über toxische Männlichkeit, nur ohne Ironie. Er jammert, winselt, schwitzt, sabbert – und das alles ohne irgendein Anzeichen von Entwicklung. Selbst ein Tamagotchi hätte in der Zeit mehr Charakterwachstum hingelegt.
Und das wäre ja alles halb so wild, wenn sich da im Laufe der Serie irgendetwas entwickeln würde. Eine Reflexion. Ein Moment der Klarheit.
EIN EINZIGER GEDANKE!
Aber nein: Stillstand auf ganzer Linie. Kein Wachstum. Kein Rückgrat. Keine Lernkurve. Nur Eskalation durch Inkompetenz. Kazuya bleibt so konstant nervtötend, dass es fast schon beachtlich ist. Wäre Inkonsequenz eine olympische Disziplin – dieser Mann bekäme die Goldmedaille. Und die anderen Figuren? Ebenfalls wandelnde Schmerzensquellen. Jeder Charakter existiert nur, um den nächsten sinnlosen Beziehungsknoten zu knüpfen. Es ist, als hätte man aus Versehen das „WTF?“-Kapitel aus einem Beziehungsratgeber adaptiert.
Und als wäre das nicht schon schlimm genug, wird das Ganze inszeniert wie ein schlechter Streich: übertrieben, kreischend, hektisch – wie ein ständiger Alarmton ohne Pause. Statt Tiefe gibt’s Cringe, statt Emotionen hysterisches Gekreische, statt Inhalt eine Parade aus Fremdscham, bei der man sich fragt, ob die Dialoge per Zufallsgenerator geschrieben wurden.
Das Setup hatte Potenzial – Datingkultur, Einsamkeit, junge Menschen in sozialen Zwängen. Alles spannende Themen. Aber was macht die Show draus? Gar nichts. Nada. Null. Stattdessen stolpern die Figuren durch eine Story, die sich mit aller Macht weigert, irgendeinen substanziellen Punkt zu machen. Alles bleibt leer, flach, bedeutungslos.
Fazit:
Ich wünschte, ich könnte null Punkte vergeben. Ich wünschte, ich hätte die zwölf Folgen stattdessen gegen eine Wand gestarrt – das wäre produktiver gewesen. Aber gut – hier, nimm deinen Dreckspunkt, vergrabe ihn im Sandkasten deiner dramaturgischen Peinlichkeit und reih dich ein zwischen Frust, vertaner Lebenszeit und einer audiovisuellen Studie über narrative Verweigerungshaltung.
„Rent-a-Girlfriend“? Nein danke. Ich möchte mein Hirn zurückgeben.
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